Besinnlichkeit in schwierigen Zeiten: Musik als Gegenpol zum Schrecken


MARL. Bevor Wolfgang Endrös seinen Taktstock erhob, lenkte er im Konzert der Marler Musikgemeinschaft die Gedanken des Publikums im ausverkauften Theater auf die Ereignisse in Magdeburg, die die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr überschatten:

Das gemeinsame Weihnachtsliedersingen solle deshalb bewusst gegen diesen Schrecken gesetzt werden und nicht zuletzt zeigen, dass Weihnachten auch immer etwas ist, das inmitten von beseelten Menschen entsteht.

Danach erklang mit dem Martyrologium die erste Nummer des "weihnachts LIEDER oratoriums": Xylophon, Flöte und Handglocken leiteten den Bericht des Solotenors Ilja Aksionov ein, der das Weltgeschehen bis zur Geburt Christi schilderte. Diesem folgte der aus Bachs Weihnachtsoratorium bekannte Choral "Wie soll ich dich empfangen" in neu arrangierter Form, an welchen sich der Kanon "Mache dich auf und werde Licht" anschloss und erstmalig auch die sängerischen Qualitäten des Publikums forderte.

Der Solobass George Clark überzeugte mit seiner Auftrittsarie "Großer Herr und starker König", die zu den unverzichtbaren Stücken aus dem Bachschen Weihnachtsoratorium zählt. Das Finale des ersten Konzertteils bildete das von Chor und Publikum gemeinsam gesungene Lied "Engel auf den Feldern singen" das mit einer groß angelegten Improvisation zu Ende ging, um das besungene musikalische Widerhallen der Berge zu verdeutlichen.

Insgesamt erklangen an diesem Abend 25 Nummern aus dem Weihnachtsoratorium und 14 Weihnachtslieder. Der lang anhaltende Beifall, den das Publikum nach dem Konzert im Stehen spendete, bewies, dass Wolfgang Endrös mit seiner Zusammenstellung ein neues und einzigartiges Werk geschaffen hat.


Quelle: Marler Zeitung vom 23.12.2024


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